Hans Krankl und Günter Netzer im Gespräch

Die Online Ausgabe der Zeit hat ein Fachgespräch mit Hans Krankl, Günter Netzer und dem Schweizer Lucien Favre geführt. Diese 3 Herrschaften und Fußball-Kenner diskutierten über Fußball, ihre Nationen und über die kommende Europameisterschaft.

Das Interview ist sehr interessant und hat in der Blogosphäre bereits einige Anhänger gefunden. So wird Hans Krankl gefragt, wie’s aussieht, dass Österreich Europameister wird. Krankl ist optimistisch, Günter Netzer will ihn aber gleich auf den Boden der Tatsachen holen:

Dann gibt es für den krassen EM-Außenseiter Österreich keine Hoffnung mehr…

Krankl: Hoffen kann man immer. Ich bin leider nicht mehr Teamchef, man hat mir das weggenommen, darüber müssen wir gar nicht reden. Aber ich habe damals als Teamchef gesagt: Mein Ziel kann nur sein – Europameister. Wenn ich als Fußballer oder Trainer nicht träumen kann, werde ich nie etwas erreichen.

Netzer: Ich freue mich über Menschen, die sich ihre Träume erhalten. Ich mache das auch gern – bis ich an die Grenzen der Realität stoße. Ich bin in zwei eurer Spiele hineingeraten, gegen Japan und gegen Chile. Ich habe meinen Augen nicht getraut: Was ist mit dem österreichischen Fußball passiert? Im Spiel gegen Chile habt ihr nicht ein Mal aufs Tor geschossen! Ich dachte, das kann nur ins Desaster führen.

Dann kennen wir auch die Gründe warum ein Günter Netzer seit Monaten schlecht über Österreich spricht, da er dieses zweimal auf seinem absoluten Tiefpunkt gesehen hat. Tadellose Kommentatorenleistung!

Andreas von Kick08 ist besonders angetan von den verbalen Qualitäten des Hansi Krankls, welche doch weithin bekannt sind und uns so manchen Tag versüssen. Auch der Spielmacher von einem anderen EM-Blog berichtet über die wohl „besten“ Sprüche die die 3 so abgelassen haben.

Meiner Meinung nach haben Hans Krankl und Günter Netzer wieder zur Klimaerwärmung beigetragen (Durch zuviel Blabla entsteht CO2), ohne jedoch wissenswerte Qualität für die Nachwelt etwas übrig zu lassen. Einzig der Schweizer Lucien Favre dürfte wahrlich ein Kenner des Fußballs sein, denn dessen Kommentare hatten Hand und Fuß und waren eine Wohltat bei dieser Conference.

Bei den Tipps wer Europameister werden solle, so liegt Spanien voran – nur Netzer will Deutschland sehen. Dass zum Titelgewinn auch Glück benötigt wird, zeigen die letzten Worte des Hans Krankls in diesem Interview:

Wer wird Europameister und warum?

Favre: Endlich Spanien, eine große Ãœberraschung.

Netzer: Ich kann mich da nicht anschließen, obwohl ich Spanien liebe. Ich warte schon ewig darauf, aber warum sollte es ausgerechnet jetzt passieren? Die alten Verdächtigen sind wieder da: Italien, Deutschland, Frankreich. Da ich mich festlegen muss: Deutschland.

Krankl: Meine Tipps treffen sowieso nie ein…

Wen hätten Sie denn gern?

Krankl: Ganz klar: Spanien, das ist mein zweites Land, dort habe ich gespielt. Dann natürlich Italien, das ist auch mein zweites Land, denn da lebe ich im Sommer. Wünschen würde ich es Österreich. Und träumen darf man. Und nur dieses eine Mal erinnere ich an Deutschland: Hätte nicht bei der letzten WM der kleine Lahm von der linken Seite mit dem rechten Fuß in die Kreuzecke geschossen, dann möchte ich gerne sehen, was aus der WM geworden wäre. Bei Griechenland vor vier Jahren genau das Gleiche: Im ersten Spiel gegen Portugal klären sie 100 Mal auf der Linie, und die Portugiesen schießen 1000 Mal an die Stange – am Ende gewinnen die Griechen mit 1:0. Und dann entsteht etwas.

Kommentare

  1. Österreicher 7. Februar 2008
  2. haäsnis 22. Mai 2008
  3. Robert 30. Juni 2008
  4. lele 19. Oktober 2010

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